EN 13138 Schwimmhilfe: Was die Norm wirklich vorschreibt

Ein Elternteil stellt die Gurte der Schwimmweste am Kind ein

EN 13138 ist die Normenreihe, die für Schwimmlernhilfen gilt: Sie legt fest, wie ein Mehrkammer-System aufgebaut sein muss, wie Rückschlagventile funktionieren und wie das Produkt gekennzeichnet werden muss. Kurz gesagt: Eine Schwimmhilfe, die dieser Norm entspricht, hat mindestens zwei getrennte Luftkammern und Ventile, die verhindern, dass Luft unkontrolliert entweicht. Das reicht allerdings nicht, um dein Kind allein im Wasser zu lassen. Bevor du also eine Schwimmhilfe kaufst, lohnt sich ein kurzer Blick auf drei Dinge:

  • Steht auf dem Etikett „EN 13138“ mit Teilnummer (1, 2 oder 3)?
  • Sind Alters- und Gewichtsangabe passend zu deinem Kind?
  • Ist ein Prüfzeichen wie das TÜV-Siegel sichtbar angebracht?

Wenn du diese drei Punkte abhakst, hast du die Grundlage für eine sichere Kaufentscheidung. Der Rest dieses Artikels erklärt dir, warum diese Details zählen und wie du sie im Alltag praktisch prüfst.

Wichtige Erkenntnisse

EN 13138 funktioniert als Sicherheitsstandard nur zusammen mit korrekter Passform, sichtbarem Prüfzeichen und lückenloser Aufsicht durch Erwachsene.

Thema Details
Norm-Kennzeichnung prüfen Achte auf „EN 13138“ mit Teilnummer (1, 2 oder 3) direkt auf Produkt oder Verpackung.
Mehrkammer-Prinzip verstehen Mindestens zwei getrennte Luftkammern halten dein Kind auch bei Ausfall einer Kammer oben.
Passform vor Optik Wähle die Größe nach aktuellem Gewicht, nicht „auf Zuwachs“, und prüfe den Sitz im Wasser.
Aufsicht bleibt Pflicht Auch normkonforme Schwimmhilfen ersetzen keine ständige Aufsicht durch einen Erwachsenen.
Grünflügel als TÜV-geprüfte Option Grünflügel bietet TÜV-geprüfte Schwimmwesten und Schwimmflügel aus Bio-TPU und Eco-Neopren für 1 bis 6 Jahre.

Inhaltsverzeichnis

Was die drei Teile der EN 13138 Schwimmhilfe-Norm regeln

Die Normenreihe DIN EN 13138 ist in drei Teile gegliedert, und jeder Teil deckt eine andere Produktkategorie ab. Die überarbeitete Fassung wurde 2021 und 2022 neu veröffentlicht und bringt modernisierte Prüfverfahren mit sich.

  1. Teil 1 behandelt Auftriebshilfen, die am Körper getragen werden, also Schwimmflügel, Schwimmwesten und Schwimmgürtel. Hier prüft die Norm Konstruktion, Abmessungen, Kennzeichnung und Materialien im Detail, wie DIN EN 13138-1:2022 im Detail festlegt.
  2. Teil 2 gilt für gehaltene Auftriebshilfen, also Geräte, an denen sich ein Kind festhält, ohne dass sie fest am Körper sitzen.
  3. Teil 3 betrifft Schwimmsitze und andere positionierte Hilfen, bei denen das Kind in einer bestimmten Haltung im Wasser gehalten wird.

Was die Norm ausdrücklich nicht abdeckt, ist genauso wichtig. Aufblasbare Wasserspielzeuge, Rettungswesten und Baby-Halsringe fallen nicht unter EN 13138. Spielzeug wie aufblasbare Tiere wird stattdessen nach EN 71 bewertet, einer Norm für Spielwaren, die keine Anforderungen an Schwimmfähigkeit oder Auftrieb im Wasser stellt. Diese Unterscheidung ist einer der häufigsten Irrtümer beim Kauf.

Mehrkammer-System, Ventile und Kennzeichnung im Detail

Ein zentrales Sicherheitsmerkmal ist das Mehrkammer-Prinzip. Schwimmhilfen nach EN 13138 besitzen mindestens zwei voneinander getrennte Luftkammern, sodass dein Kind auch bei Ausfall einer Kammer an der Wasseroberfläche bleibt, wie TÜV Rheinland bestätigt. Fällt eine Kammer aus, trägt die zweite weiter.

Nahaufnahme des Mehrkammer-Systems und der Ventile einer Schwimmhilfe

Rückschlagventile sind das zweite Kernmerkmal. Sie lassen Luft beim Aufpumpen hinein, verhindern aber, dass sie unkontrolliert wieder entweicht. Ein defektes Ventil ist einer der häufigsten Gründe, warum eine Schwimmhilfe im Alltag versagt, obwohl sie ursprünglich normkonform war.

Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf diese Punkte:

  • Steht „EN 13138“ mit der passenden Teilnummer auf dem Produkt oder der Verpackung?
  • Ist zusätzlich ein Prüfzeichen wie das TÜV- oder GS-Siegel vorhanden?
  • Sind Alters- und Gewichtsangabe deutlich lesbar aufgedruckt?
  • Wirkt das Material robust, ohne scharfe Nähte oder brüchige Stellen?

Wusstest du das? Die neuen Prüfverfahren der Normenreihe arbeiten mit Testpuppen, um Schwimmwinkel und Körperlage reproduzierbar zu messen. Das war früher deutlich schwerer objektiv zu prüfen.

Größe und Passform: So sitzt die Schwimmhilfe richtig

Die Norm unterscheidet grob nach Klassen, die sich an Körpergewicht und Einsatzzweck orientieren. Eine Schwimmhilfe für ein einjähriges Kind ist anders aufgebaut als eine für ein Fünfjähriges, das schon erste Schwimmbewegungen macht. Die Alters- und Gewichtsangabe auf dem Etikett ist deshalb keine grobe Richtlinie, sondern das Ergebnis der Norm-Prüfung für genau diesen Gewichtsbereich.

So prüfst du die Passform in der Praxis:

  1. Nimm dein Kind beim Kauf möglichst mit oder kenne sein aktuelles Gewicht genau.
  2. Lies die Gebrauchsanweisung vollständig, bevor du die Schwimmhilfe zum ersten Mal einsetzt.
  3. Prüfe am Beckenrand, ob die Schwimmflügel oder die Weste eng am Körper sitzen, ohne einzuschneiden.
  4. Beobachte in den ersten Minuten im Wasser, ob das Produkt verrutscht oder sich verschiebt.
  5. Kontrolliere Klettverschlüsse und Gurte nach jedem Anlegen erneut, da sich Material mit der Zeit dehnen kann.

Profi-Tipp: Kaufe eher eine Größe, die aktuell passt, statt „auf Zuwachs“ zu kaufen. Eine zu große Schwimmhilfe rutscht leichter und verschiebt die Körperlage im Wasser, statt sie zu stabilisieren.

Bei Grünflügel etwa deckt die Kinder-Schwimmweste aus Eco-Neopren den Bereich von 1 bis 6 Jahren mit unterschiedlichen Größenstufen ab, während Schwimmflügel in verschiedenen Formen je nach Alter unterschiedlich geschnitten sind.

Kinder-Schwimmwesten in verschiedenen Größen auf einer Holzbank

Sicherer Gebrauch: Was Schwimmhilfen leisten und was nicht

Eine normkonforme Schwimmhilfe ist ein Hilfsmittel zum Schwimmenlernen, kein Rettungsmittel. Das betonen Fachleute immer wieder: Auch geprüfte Produkte ersetzen niemals die Aufsicht durch einen Erwachsenen. Dein Kind sollte nie unbeaufsichtigt am oder im Wasser sein, egal wie gut die Schwimmhilfe ausgestattet ist.

Ein paar Regeln, die sich im Alltag bewähren:

  • Bleib immer in Reichweite, wenn dein Kind eine Schwimmhilfe trägt, auch im flachen Bereich.
  • Setze Schwimmhilfen nur in ruhigen Gewässern wie Schwimmbecken ein; Strömung, Wellen und Gezeiten in offenen Gewässern verändern das Verhalten der Auftriebshilfe.
  • Prüfe Ventile und Nähte vor jedem Einsatz auf Risse oder Undichtigkeit.
  • Verwechsle Schwimmhilfen nicht mit Spielzeug, das optisch ähnlich aussieht, aber keine Norm-Prüfung durchlaufen hat.

Ein häufiger Fehler ist zudem die falsche Größe. Zu locker sitzende Schwimmflügel oder eine zu weite Schwimmweste bieten nicht die Stabilität, die die Norm-Prüfung eigentlich vorsieht.

Was DIN und TÜV zur Norm sagen und wo Grünflügel einzuordnen ist

Die Normenreihe wurde nicht aus reiner Formalität überarbeitet. Die neue Fassung bringt modernisierte Prüfmethoden mit, die auch Details wie Schwimmwinkel und Positionserhalt reproduzierbar messen. TÜV-Fachleute weisen zudem darauf hin, dass eine CE-Kennzeichnung allein nicht ausreicht: Für Schwimmlernhilfen zählt die explizite Nennung von EN 13138 auf dem Produkt.

Schwimmlernhilfen, die der Norm EN 13138 entsprechen, haben mindestens zwei getrennte Luftkammern und Rückschlagventile. Sie ersetzen nicht die Aufsicht durch Erwachsene.

Kernpunkte, die Eltern beim Kauf im Kopf behalten sollten:

  • Die Normtexte selbst sind beim Beuth Verlag / DIN Media einsehbar, für alle, die es genau wissen wollen.
  • Verbrauchervertretungen empfehlen ausdrücklich, nur normkonforme Produkte mit sichtbarer Kennzeichnung zu kaufen.
  • Grünflügel lässt seine Schwimmhilfen TÜV-prüfen und fertigt sie aus nachhaltigen Materialien wie Bio-TPU und Eco-Neopren, ohne PVC und Phthalate.

Warum die reine Normerfüllung nicht die ganze Geschichte ist

Die meisten Ratgeber zu diesem Thema listen Produkte auf und hoffen, dass die Norm nebenbei erklärt wird. Das greift zu kurz. EN 13138 ist kein Gütesiegel, das Sicherheit garantiert, sondern eine technische Mindestanforderung an Konstruktion und Prüfverfahren. Ein Produkt kann die Norm erfüllen und trotzdem falsch benutzt werden, etwa wenn die Größe nicht passt oder die Aufsicht fehlt.

Was ich für unterschätzt halte: Eltern achten oft auf das Prüfsiegel, aber selten auf die Teilnummer der Norm. Ob eine Schwimmhilfe nach Teil 1, 2 oder 3 geprüft wurde, sagt viel darüber aus, wofür sie eigentlich gedacht ist. Ein Schwimmsitz nach Teil 3 ersetzt keine am Körper getragene Weste nach Teil 1, auch wenn beide „EN 13138“ auf der Verpackung stehen.

Meine klare Empfehlung: Kaufe nicht nach Optik oder Preis, sondern nach Normteil, Gewichtsangabe und sichtbarem Prüfzeichen. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen einer Schwimmhilfe, die im Ernstfall funktioniert, und einer, die nur gut aussieht.

— Simon

Grünflügel: TÜV-geprüfte Schwimmhilfen für jede Lernstufe

Wenn du nach einer Schwimmhilfe suchst, die die eben beschriebenen Normkriterien erfüllt, findest du bei Grünflügel TÜV-geprüfte Produkte aus nachhaltigem Bio-TPU und Eco-Neopren, frei von PVC und Phthalaten.

Grünflügel

Das Sortiment ist in drei Lernstufen aufgeteilt: „Wasserfreunde“ für die ersten Wassererfahrungen (1 bis 3 Jahre), „Schwimmentdecker“ für den Übergang zu eigenständigen Bewegungen (2 bis 5 Jahre) und „Abzeichen-Lady“ für Kinder, die sich auf erste Schwimmprüfungen vorbereiten (4 bis 6 Jahre). Die Kinder-Schwimmweste aus Eco-Neopren deckt dabei den gesamten Altersbereich von 1 bis 6 Jahren ab und lässt sich über verstellbare Gurte an unterschiedliche Körpergrößen anpassen. Die Schwimmflügel gibt es in runder, ovaler und klassischer Form, je nach Alter und Schwimmerfahrung deines Kindes.

Schau dir die Schwimmhilfen von Grünflügel im Überblick an und finde die passende Größe für dein Kind, bevor die nächste Freibadsaison beginnt.

Quellen

FAQ

Welche Schwimmhilfen empfiehlt die DLRG?

Die DLRG rät generell zu Schwimmhilfen mit sichtbarer Normkennzeichnung nach EN 13138 und betont, dass jede Schwimmhilfe die Aufsicht durch Erwachsene ergänzt, aber niemals ersetzt.

Welche Schwimmhilfe passt zu welchem Alter?

Das hängt vom jeweiligen Produkt und seiner Gewichtsangabe ab, nicht allein vom Geburtsdatum: Schwimmflügel für ein einjähriges Kind sind anders dimensioniert als für ein fünfjähriges. Grünflügel ordnet sein Sortiment deshalb in drei Lernstufen von 1 bis 6 Jahren, mit passenden Gewichtsbereichen für jede Größe.

Warum raten manche Experten von Schwimmhilfen ab?

Kritik richtet sich meist nicht gegen normkonforme Produkte selbst, sondern gegen falschen Gebrauch, etwa wenn Eltern sich allein auf die Schwimmhilfe verlassen und die Aufsicht vernachlässigen. Eine EN 13138 Schwimmhilfe ist ein Lernwerkzeug, kein Ersatz für Wachsamkeit am Wasser.

Was ist der Unterschied zwischen EN 13138 und Wasserspielzeug?

Wasserspielzeug wie aufblasbare Tiere wird nach EN 71 geprüft, einer Norm für Spielwaren ohne Anforderungen an Schwimmfähigkeit. EN 13138 hingegen prüft gezielt Mehrkammer-Design, Ventile und Körperlage im Wasser für den Einsatz beim Schwimmenlernen.

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